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Letzte Aktualisierung: 9. Mai 2005

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Friedhofszwang für Totenaschen in Nordrhein-Westfalen de facto unwirksam?
Lücke im neuen Bestattungsgesetz erspart den Umweg über liberale Nachbarländer

von Bernd Bruns, postmortal.de

Düsseldorf, Mai 2005 - Findige Bestatter informierten jetzt postmortal.de über eine bereits vielfach bewährte Bestattungspraxis, die es ermöglicht, die Wünsche vieler Verstorbener zu realisieren und mit den Bedürfnissen ihrer trauernden Hinterbliebenen in Einklang zu bringen. Tatsächlich ist der legale Trick so schlicht, dass sich der Autor wundert, nicht schon selbst darauf gekommen zu sein.

Das NRW-Bestattungsgesetz von 2003 regelt in § 15 die Feuerbestattung. Wichtig ist hier der Absatz 5: “... Das dauerhaft versiegelte Behältnis mit der Totenasche ist auf einem Friedhof beizusetzen; für die Beförderung zu diesem Zweck darf es den Hinterbliebenen oder ihren Beauftragten ausgehändigt werden.”  Was zum Trost für die Trauernden fehlt ist allerdings ein gesetzlich vorgegebener Zeitrahmen, der die Beisetzung auf einem unerwünschten Friedhof regelt. Im Klartext: Die Angehörigen nehmen die Urne erst einmal mit nach Hause, bis sie sich einig sind, auf welchem Friedhof die Asche denn beigesetzt werden soll. Eine solche weitreichende Entscheidung kann bei der gebotenen sorgfältigsten Abwägung aller denkbaren komplexen Gesichtspunkte und der erforderlichen Abstimmung innerhalb der
Garten

Der Garten: Würdiger Aufbewahrungsort für die Asche eines geliebten Verstorbenen.                                            Foto: Bernd Bruns

Verwandtschaft mit ihren divergierenden Interessen schon mal einige Jahre dauern. Wenn es denn überhaupt jemals zu einer Entscheidung über den endgültigen Beisetzungsort auf einem vom Verstorbenen ohnehin nicht gewünschten Friedhof kommt. Derweil kann die Urne erst einmal im Wohnzimmerschrank einen Ehrenplatz erhalten oder im Garten interimmäßig aufbewahrt werden.

Wenn dann die Entscheidung über die gesetzlich bestimmte Beisetzung auf einem Friedhof endlich getroffen sein sollte, lässt sich die Urne ja leicht wieder zum Zweck der endgültigen Beisetzung aus dem Garten holen. Die würdige Aufbewahrung der Totenasche im Einflussbereich der Angehörigen erfordert von ihnen ein hohes  Verantwortungsbewußtsein und unterliegt auch keiner amtlichen Kontrolle. Das würde die ohnehin überlasteten Behörden auch sicher überfordern. Ein amtliches Überwachungssystem für den Verbleib der Totenaschen war vom Gesetzgeber auch ausdrücklich nicht gewollt.

In der Praxis hat sich die Verfahrensweise bewährt, dass die Bestatter - als Beauftragte der Angehörigen - das Aschengefäß in einem Nordrhein-Westfälischen Krematorium abholen und  die Urne gegen eine Empfangsquittung ihren Kunden übergeben. Diese Quittung verbleibt beim Bestatter und muss später weder dem Krematorium noch einer Behörde  vorgelegt werden. Die meisten Bestatter bevorzugen für diese schlichte Verfahrensweise zur Realisierung von Kundenwünschen bestimmte ihnen vertraute Krematorien. Sollte der postmortal-Redaktion ein Krematorium bekannt werden, dass die geschilderten legalen Praktiken problematisiert, so werden wir das hier bekannt geben. Deshalb sind wir dankbar für jeden Erfahrungsbericht von Angehörigen.

Ob diese Lücke im NRW-Gesetz auch die Perspektive eines innerdeutschen “Bestattungstourismus”, eröffnet, parallel zu den inzwischen vieltausendfach bewährten Umwegen über die Niederlande oder der Schweiz, kann hier noch nicht zuverlässig abgeschätzt werden.

So verwirklicht das bundesweit umstrittene Bestattungsgesetz in Nordrhein-Westfalen in der Praxis am Ende doch noch die Wünsche aller mündigen Bürger. Beinahe so, wie in fast allen liberalen Ländern Europas. Mit diesem lückenhaften Bestattungsgesetz im grössten Bundesland können die Menschen jetzt beruhigt weiterleben. Auch wenn der Friedhofszwang de jure bestehen bleibt...


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Die Herausgeber: Dr. Norbert Fischer ist Sozial- und Kulturhistoriker an der Universität Hamburg. Dr. Markwart Herzog ist Wissenschaftlicher Bildungsreferent der Schwabenakademie Irsee.

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# PfeilGif07
Wichtiger Hinweis: Dieses Internetprojekt postmortal.de mit 424 Seiten wird zur Zeit im Hintergrund komplett neu gestaltet und aktualisiert. Die gegenwärtig in postmortal.de veröffentlichten Bestattungsgesetze der Bundesländer sind weitgehend nicht mehr aktuell.

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